DIN EN ISO 15224

Qualität in der Gesundheitsversorgung gezielt gestalten

auf und überträgt diese gezielt auf Organisationen der Gesundheitsversorgung.

Im Mittelpunkt stehen dabei insbesondere Patientensicherheit, klinisches Risikomanagement und die Qualität der Versorgungsprozesse. Die Norm unterstützt Arztpraxen, MVZ, Kliniken und weitere Gesundheitseinrichtungen dabei, ein strukturiertes Qualitätsmanagementsystem aufzubauen, bestehende Strukturen weiterzuentwickeln und Qualität im Versorgungsalltag systematisch zu betrachten.

Eine besondere Bedeutung haben die 11 Qualitätsmerkmale der Gesundheitsversorgung. Sie geben Orientierung dafür, welche Aspekte bei der Planung, Durchführung, Bewertung und kontinuierlichen Verbesserung von Versorgungsleistungen berücksichtigt werden sollen.

Die 11 Qualitätsmerkmale

1. Angemessene, richtige Versorgung
Die Versorgung orientiert sich am individuellen Gesundheitszustand sowie am konkreten Bedarf der Patientinnen und Patienten. Maßnahmen sollen fachlich geeignet sein und unnötige Belastungen, Risiken und Komplikationen möglichst vermeiden.

2. Verfügbarkeit
Erforderliche Gesundheitsleistungen, Ressourcen und Kompetenzen sollen dann zur Verfügung stehen, wenn sie für die Versorgung benötigt werden.

3. Kontinuität der Versorgung
Versorgungsprozesse sollen möglichst lückenlos aufeinander abgestimmt sein. Dazu gehören beispielsweise Behandlung, Überweisung, Weiterbehandlung und Nachsorge sowie ein verlässlicher Informationsfluss zwischen den Beteiligten.

4. Wirksamkeit
Medizinische und organisatorische Maßnahmen sollen geeignet sein, die angestrebten Behandlungsergebnisse und Versorgungsziele zu erreichen.

5. Effizienz
Vorhandene personelle, zeitliche, technische und wirtschaftliche Ressourcen sollen verantwortungsvoll eingesetzt werden, ohne die erforderliche Qualität der Versorgung zu beeinträchtigen.

6. Gleichheit
Patientinnen und Patienten sollen einen gleichberechtigten Zugang zu einer angemessenen Gesundheitsversorgung erhalten. Persönliche Merkmale oder Hintergründe dürfen nicht zu einer sachlich nicht gerechtfertigten Benachteiligung führen.

7. Evidenzbasierte und wissensbasierte Versorgung
Entscheidungen und Versorgungsleistungen orientieren sich an aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen, fachlichen Standards und verfügbarer professioneller Erfahrung.

8. Auf den Patienten ausgerichtete Versorgung einschließlich körperlicher, psychischer und sozialer Unversehrtheit
Die Versorgung berücksichtigt den Menschen ganzheitlich. Individuelle Bedürfnisse, persönliche Voraussetzungen sowie körperliche, psychische und soziale Aspekte werden in die Gestaltung der Versorgung einbezogen.

9. Mitwirkung des Patienten
Patientinnen und Patienten werden angemessen informiert und – soweit möglich und vorgesehen – in Entscheidungen über ihre Behandlung und Versorgung einbezogen.

10. Patientensicherheit
Mögliche Risiken und Gefährdungen innerhalb der Versorgung werden systematisch betrachtet. Ziel ist es, vermeidbare Schäden, Fehler und unerwünschte Ereignisse zu verhindern oder deren Wahrscheinlichkeit und Auswirkungen zu reduzieren.

11. Rechtzeitigkeit und Zugänglichkeit
Gesundheitsleistungen sollen entsprechend der medizinischen Notwendigkeit rechtzeitig und möglichst ohne vermeidbare Zugangshürden zur Verfügung stehen.

Mehr als Anforderungen auf dem Papier

Die Qualitätsmerkmale machen deutlich, dass ein wirksames Qualitätsmanagement in der Gesundheitsversorgung weit über die reine Dokumentation von Prozessen hinausgeht.

Es verbindet Patientensicherheit, verlässliche Abläufe, fachlich fundierte Entscheidungen, Risikobewusstsein, Patientenorientierung und kontinuierliche Weiterentwicklung zu einem strukturierten Gesamtsystem.

Entscheidend ist dabei nicht allein, dass Anforderungen beschrieben werden. Prozesse müssen in der täglichen Versorgung verständlich, nachvollziehbar und tatsächlich umsetzbar sein.

Zertifizierung nach definierten Standards

Im Rahmen eines vereinbarten Zertifizierungsverfahrens können Managementsysteme auf Grundlage der DIN EN ISO 9001:2015 und/oder DIN EN ISO 15224:2017 bewertet werden.

Dabei wird geprüft, inwieweit die festgelegten Anforderungen innerhalb des vereinbarten Geltungsbereichs umgesetzt und wirksam in die Organisation integriert sind.

Nach erfolgreichem Abschluss des jeweiligen Zertifizierungsverfahrens kann die Erfüllung der vereinbarten Zertifizierungsgrundlage durch ein entsprechendes Zertifikat dokumentiert werden.

Qualität strukturiert betrachten. Risiken erkennen. Versorgung weiterentwickeln.

formelCuP – klar. wirksam. menschlich.

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